Pfälzerwald-Verein Obernheim - Kirchenarnbach
Pfälzerwald-Verein Obernheim - Kirchenarnbach

Wanderfahrt vom 01.09.2019 

Eggstätt im Chiemgau

Wanderurlaub 01.- 07.2019 in Eggstätt beim

Unterwirt Johannes Widemann

Anreisetag 01.09.:

Pünktlich um 8:15 Uhr steigen die vorletzten Wanderurlauber an der Haltestelle am Lindenbaum in Obernheim in den Reisebus. Fahrer Peter Junkes, seine Frau Anita und Sepp unser Reiseleiter stehen vor dem Bus zur Begrüßung bereit und achten darauf, dass jetzt keiner vergessen wird. Zuvor an der Haltestelle in Oberarnbach wurden die Mitreisenden übersehen, was immer wieder zur allgemeinen Erheiterung im Bus dient. Der Bus musste eine Ehrenrunde drehen, um die Teilnehmer einzusammeln. Die Wanderfreunde aus Grieß, Sand, Ramstein. Kindsbach, Landstuhl und wie schon erwähnt aus Oberarnbach, sind schon an den vorherigen Haltestellen eingestiegen. Jetzt werden unsere Koffer im Stauraum des Busses eingeladen. An der letzten Haltestelle in Kirchenarnbach am Kindergarten, steigen die Kirchenarnbacher und Zweibrücker Mitfahrer ein. Jetzt sind wir vollzählig und der Bus fährt über die Queidersbacher Straße nach Weselberg, weiter über die Autobahn 62 zur B10, die in Richtung Landau und Karlsruhe führt. Die Vorsitzende vom PWV Obernheim – Kirchenarnbach Helma und der Busfahrer Peter begrüßen kurz die Teilnehmer. Der stellv. Vorsitzende Sepp fährt mit der Begrüßung fort und erwähnt anschließend die Bedeutung dieses historischen Tages, dem Ausbruch des 2. Weltkrieges im Jahr 1939. Nach ein paar kurzen Gedenkminuten bringt er mit einigen Anekdoten die Leute wieder in Urlaubslaune. Vor Stuttgart fahren wir auf einen Rastplatz um das 3 Gänge Menü – Lyoner, Brötchen und Senf – zu speisen. Die letzten kalten Getränke werden serviert und jeder kann sich noch ein wenig die Beine vertreten. Anschließend geht es weiter am Stuttgarter Flugplatz vorbei bis Kirchheim – Teck, hier verlässt der Bus die Autobahn um eine weitere Rast an den Bürgerseen einzulegen. Hier sind wir richtig, mit diesen Worten dirigiert Sepp unseren Busfahrer auf einen Parkplatz, ich habe mit dem Kioskbesitzer telefoniert. Aber wo ist hier ein Kiosk? Wir laufen mal ein Stück am Segelflughafen vorbei und noch ein Stück -  und noch ein Stück. Einige Wanderfreunde kehren um, wegen ihres schlechten Schuhwerks und gehen in die Gaststätte am Flughafen. Es fängt an zu tröpfeln, aber tapfer laufen wir den Berg hinunter ins Tal und sehen einen Badesee vor uns. Einige Einheimische sitzen unter den Bäumen um zu grillen und relaxen. Nach deren Auskunft ist der Kiosk um die Ecke hinter den Bäumen versteckt. Es regnet leicht, als wir dem Kiosk näher kommen. Viele Wanderer pausieren hier am „Budchen“, also heißt es für Kaffee und Kuchen anstellen. Die Verkäuferin kassiert bei einigen 0,50 € mehr für den Kuchen, als auf dem Preisschild außen an der Wand angeschrieben steht. Nachdem wir sie höflich darauf aufmerksam gemacht haben, bekommt jeder die 50 Cent zurück und die Sache ist erledigt. Sepp macht einen Scherz – er bestellt sich ein Bier mit den Worten – guten Tag isch  bin de Busfahrer und hätt gern e Bier – Da war er aber auf dem Holzweg, denn die Verkäuferin meinte – wenn sie der Busfahrer sind, bekommen sie nur Wasser von mir und kein Bier- . Unsere Schadenfreude war ihm sicher. Wir setzen uns unters Zelt und verzehren unsere Leckereinen. Schnell kommen wir mit den anderen Gästen ins Gespräch und im Nu ist die Zeit herum. Wir müssen den gleichen Weg wieder zurück zum Bus - 3 km - bis dahin. Inzwischen ist es 14 Uhr und weiter geht die Fahrt. Kurz vor München bremst uns ein Stau ab. Nur noch langsam, fast schrittweise geht es weiter. Zeit für einige Reisende ein entspanntes Nickerchen zu pflegen. Danach geht es auf der A8 gut voran bis Rosenheim, wieder Stau – endlich -  bei Bernau verlassen wir die Autobahn, jetzt ist es geschafft. Nach ein paar km steht das Ortsschild Eggstätt am Straßenrand, wir sind kurz vorm Ziel an der Gaststätte Unterwirt. Schon vor dem Einparken des Busses begrüßt uns Stefan ein Wanderfreund von uns. Er ist mit seinem Motorrad angereist und wartet geduldig darauf seine Frau Claudia, die mit uns gefahren war, zu überraschen. Nun kommt der Unterwirt Johannes Widemann aus dem Haus und heißt uns alle herzlich willkommen. Es folgt die Zimmerverteilung und jeder gönnt sich noch eine kleine Pause. Ein üppiges  Abendessen, in der Auswahl aus drei verschiedenen Gerichten, da fällt manchmal die Entscheidung sehr schwer. Anschließend sitzen wir noch eine Weile in froher Runde zusammen und lassen den Abend gemütlich ausklingen. Wir sind endlich in Eggstätt beim Unterwirt Hans Widemann angekommen.

2. Tag – Wanderung um den Hartsee 9,5 km:

Morgens um 4:30 Uhr werde ich wach und schaue aufs Wetter. Leichter Nieselregen  - abwarten und hoffen, dass es nicht mehr wird. Heute wollen wir um den Hartsee und am Pelhamersee wandern. Waltraud hat gestern Abend die Wanderliste für die Teilnehmer vorgerichtet. Aber jetzt erst mal Toilette machen und frühstücken. Nach dem sehr guten, reichhaltigen Frühstück treffen wir uns pünktlich am Bus zum Gruppenbild. Danach trennen sich die weniger gut zu Fuß sind, sie erkunden das Städtchen Eggstät, von den aktiven Wanderfreunden. Wir laufen zur Hauptstraße hinauf und biegen an der großen Kirche rechts ab. Vorbei an alten urbayerischen Häusern bis zur Fa. Knott um dann links Richtung Hartsee zu wandern. Es regnet leicht und der See liegt verlassen vor uns. Wir lassen uns nicht erschüttern und folgen rechts einem schmalen Pfad am Ufer entlang. Durch die Büsche können wir ab und zu einen Blick aufs Wasser erhaschen. Das Wasser ist so klar, dass die Steine und kleine Fische am Grund des Sees zu sehen sind. Wir laufen einen Bogen zur Kreisstraße und überqueren diese, halten uns links um auf einem Fahrradweg weiter zu wandern. Die Stimmung ist trotz des Nieselregens sehr gut, ab und zu halten wir ein um uns die Gegend anzuschauen. Ein Bauer fährt Gülle auf die grüne Wiese neben dem Weg und diese Landluft veranlasst uns schnell weiter zu wandern. Einige haben sich ein bisschen überschätzt was Christel veranlasst, mit dieser kleineren Gruppe, die Strecke abzukürzen und dem nächsten Feldweg links einzuschlagen. Die Anderen wandern weiter bis zum nächsten Hof, hier verlassen wir den Radweg und gehen ebenfalls links auf den Feldweg zu. Noch ein Stück an dem großen Bauernhof entlang und das Gelände neben dem Pfad wird moorig, die Binsen und das hohe Schilf zeugen davon. Jetzt kommen wir in den Wald. Es ist schwierig zwischen drei Abzweigungen dem richtigen Weg zu folgen. Bei der Suche bestimmt Wanderführer Sepp einen Pfad und erst nach einiger Zeit bemerken wir, dass dieser Weg von unserer aufgezeichneten GPX Tour immer weiter weg führt. Folglich laufen wir wieder quer über Stock und Stein zurück zum aufgezeichneten Wanderweg. Mit lustigen Zwischenrufen und witzigen Kommentaren der Teilnehmer wird dies in Kauf genommen. "Hier sind wir die ersten Menschen, gleich kommt ein Mammut hier vorbei  – oder – hier kommen wir nie mehr her". Das sind die kleinen Abenteuer, die das Wandern interessant machen. Weiter geht es auf „unserem“ Weg und nach weiteren Metern stehen wir vor einer großen Holzbrücke, die über ein Teil vom Pelhammersee führt.  Zwischen dem hohen Schilf sind viele Seerosen auf diesem Teil des Sees und das klare Wasser lässt uns über den Fischreichtum und üppigen Pflanzenwuchs im Wasser nur staunen. Wir sind mitten im großen Hochmoor. Am Ende der Brücke treffen wir wieder auf Christel und ihre Gruppe.  Leider trennen sich unsere Wege abermals, unsere Strecke macht noch einen  Bogen wieder Richtung Hartsee zu. Immer weiter geht es auf schmalen Pfaden an kleineren Weihern entlang und da sehen wir den Hartsee wieder durch die Büsche schimmern. Endlich kommt ein Hinweisschild – Eggstätt 1,5 km – es nieselt leicht, aber jetzt ist es nicht mehr weit bis zum Hartsee – Stüberl. Die Sitzgruppe vor der Gaststube lädt zur gemütlichen Einkehr ein. Zusammen mit der Wandergruppe von Christel, die schon eine Weile vor uns hier sind, lassen wir es uns gut gehen. Jetzt regnet es stärker und es ist richtig gemütlich unter den großen Schirmen auf der Terrasse am Stüberl. Anschließend geht’s wieder zurück zur Gaststätte und gleich unter die warme Dusche. Heute ist Ruhetag in unserer Unterkunft, weshalb wir heute zum Abendessen, noch einmal zurück zum Hartsee Stüberl laufen. Den Weg kennen wir ja schon. Wir werden sehr freundlich von den Kellnerinnen empfangen. Sie kennen uns noch von heute Mittag. Das Essen ist reichhaltig und sehr schmackhaft. Lustig mit Humor lassen wir den heutigen Tag Revue passieren. Helga bringt lustige Anekdoten zum Besten, vom Golfspielen und geklautem Klopapier, was unsere Lachmuskeln strapaziert. Zu später Stunde laufen wir zurück zur Gaststätte Unterwirt und es kehrt Ruhe ein. Nun ist der 2. Tag unseres Aufenthaltes zu Ende. Was wird morgen sein?

3. Tag – Stadtführung in Traunstein

Heute Morgen – 03.09.2019, 06.40 Uhr – ist es in Eggstätt sehr neblig. Nach dem üppigen Frühstück, pünktlich zum Start, 10:00 Uhr, setzt sich die Sonne endlich durch. Heute fahren wir nach Traunstein. Wieder lotst Sepp unseren Busfahrer Peter durch die Ortschaften bis zum Ziel und dabei verkündet er wie jeden Tag im Bus, einige besinnlich, christliche Worte. Wohlweislich hat er auch schon im Voraus den Busparkplatz vor der Salinenkapelle ausgesucht. Bei herrlichem Sonnenschein steigen wir aus dem Bus und warten auf die Stadtführerin. Einige suchen eine Toilette, die anderen gehen in die Kapelle und schauen sich in Ruhe um. Alle treffen sich wieder vor der Kapelle in der gepflegten Anlage und warten, wir sind wohl zu früh vor Ort. Doch da kommt sie lachend über die Straße auf uns zu und  begrüßt uns herzlich. Sie weiß viel Interessantes an verschiedenen Plätzen zu berichten. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Traunstein im Jahr 1245. Der Erzbischof von Salzburg verzichtete auf den Erwerb vom Chiemgau mit Traunstein. So fiel dieser Gau an die Wittelsbacher, die in dem Ort einen wichtigen strategischen und wirtschaftlichen Knotenpunkt direkt an der Grenze zum Erzstift Salzburg sahen. Traunstein lag ideal direkt an der Traun und damit an der Handelsroute von Reichenhall nach München. Von hier aus wurde der gesamte Warenverkehr über die Traun kontrolliert. Die Wittelsbacher ließen Traunstein befestigen und ausbauen. Sie gaben ihr damit das Handels, - und Zollprivileg. Im Jahre 1300 wurde sie als Stadt bezeichnet. Die neue Rolle als "Wächter der Salzstraße" brachte Traunstein schon früh großen Wohlstand. Das Salz aus Bad Reichenhall wurde hier gelagert und umgeschlagen um es weiter nach München oder Wasserburg zu transportieren. Den Händlern war es verboten  Traunstein zu umfahren und so verdiente die Stadt bei jeder Lieferung über die Traun mit. Bereits 1493 waren die Straßen und Gassen gepflastert. 1587 verstaatlichte Herzog Wilhelm schließlich die Salzproduktion, wodurch Traunstein für die reichen Salzsender plötzlich unrentabel wurde. Sie verließen daraufhin die Stadt. Aufgrund der guten Verkehrsanbindung und des Rufs als Handwerker- und Marktzentrum, überstand Traunstein diesen Umbruch wirtschaftlich unbeschadet. 1613 wurde in Reichenhall eine weitere, sehr ergiebige Solequelle entdeckt. Die dortige Saline arbeitete bereits an der Kapazitätsgrenze. Obwohl die Stadt mit erheblichen Mengen an Brennholz versorgt wurde, reichte dies nicht aus, die zusätzliche Sole vor Ort zu versieden. Herzog Maximilian I. beschloss daher 1616, die Sole über ein Rohrsystem nach Traunstein zu leiten. Mit dem Wasser der Traun konnte genügend Brennholz nach Traunstein gebracht werden. Für die Soleleitung nach Traunstein musste eine Strecke vom 31 km und eine Höhendifferenz von insgesamt 340 m überwunden werden. Mit Wasserkraft betriebene Pumpen in sieben Brunnhäusern beförderten die Sole nach oben, die dann, das natürliche Gefälle nutzend, bis zum nächsten Brunnhaus floss. Erbaut wurde die Leitung durch den Hofbaumeister Hanns Reiffenstuel und seinem Sohn  Simon. In Traunstein errichtete man währenddessen ein neues Stadtviertel in der Au. Bestehend aus einer Saline, Sudstätten, Härtehäusern und Arbeiterwohnungen. Nach drei Jahren Bauzeit wurde die Saline 1619 in Betrieb genommen. In ihrer über 750-jährigen Geschichte wurde die Stadt Traunstein mindestens zweimal von Stadtbränden heimgesucht: 1704, im Verlauf des spanischen Erbfolgekrieges, und dann als ungarische Panduren die Stadt in der Nacht vom 25. auf den 26. April 1851 in Brand setzten. Das frühneuzeitliche Stadtbild wurde nahezu vollständig zerstört. Wie schon nach 1704 gelang es auch diesmal, Traunstein innerhalb weniger Jahre neu aufzubauen. An die 700 Bürger waren obdachlos, doch unverzüglich wurde der Stadt geholfen. König Maximilian besuchte schon am 27. April Traunstein und wies mehrere tausend Gulden aus seiner Kabinettskasse an. Der Wiederaufbau war nach sechs Jahren weitgehend abgeschlossen. Nach dieser interessanten Erkenntnis fahren wir mit der Rolltreppe drei Stockwerke hoch um in die Oberstadt zu kommen, dies ist der schnellste Weg zum Stadtkern. Hier  bummeln wir langsam durch die bunten Geschäfte und das schöne Städtchen. Hier und da kaufen wir noch ein paar kleine Schnäppchen. Ein Eis mit Sahne schmeckt genauso gut wie manch kühles Getränk. Wir sitzen auf dem großen Platz vor der Stadtpfarrkirche St. Oswald. Das ist die Primizkirche vom emeritierten Papst Benedikt XVI, Josef Ratzinger. Gegen 16.30 Uhr sind wir wieder auf dem Weg zurück nach Eggstätt. Es bleibt noch Zeit sich zu erfrischen und dann sitzen wir wieder zusammen im gemütlichen Speisesaal. Nach dem sehr schmackhaften Abendessen bleiben wir noch lange zusammen und wie immer fällt Helga was Lustiges ein, wir warten schon auf diese Anekdoten. So endet auch der 3.schöne Tag unseres Urlaubs viel zu schnell.

4 . Tag – Wanderung zur Herrenalm, Bernau –  9,7 km

Heute Morgen 6:45 Uhr, die Sonne lacht schon vom blauen Himmel. Spätestens um 8:00 Uhr sitzen alle beim Frühstück, da höre ich einige Gesprächsfetzen über den  Ausflug nach Bernau. Herrliches Wanderwetter heute  geht´s zur Herrenalm - und weiter - gibt es dort schöne Geschäfte zum Shoppen oder  ist es sehr weit zum Ufer des Chiemsees. Die Stimmung ist gelöst und Reiseleiter Sepp hat wie immer die Fahrstrecke zusammengestellt. Den Busparkplatz finden wir wieder über das Navi App. Einige Wanderfreunde können an dieser mittelschweren  Wanderung nicht teilnehmen. Sie bummeln oder laufen mit Wanderfreund Emil zum Ufer des Chiemsees. Die verbliebenen 19 Wanderer starten vom Parkplatz in der Rottauerstraße, gehen über die Ampelanlage zur  Aschauerstraße, weiter durch die Steigackerstraße, bis diese auf  einem Wirtschaftsweg endet. Am Ortsteil Kraimoos geht es vorbei mit dem Ziel Gschwendt und Adersberg. Wir folgen der Route auf unseren GPS Geräten, immer geradeaus neben dem Möglgraben entlang, bis sich der Wirtschaftsweg teilt. Nun folgen wir dem rechten Anstieg und sehen gleich zu Anfang links neben dem Wegrand, eine schöne Grotte mit einer lebensgroßen Marienstatur. Wir machen eine kurze Verschnaufpause und bestaunen die gepflegte Anlage. Anschließend geht es weiter, auf dem etwas steileren Anstieg. Der Wald verleiht etwas Schatten und wir können ab und zu einen Blick auf den Chiemsee erhaschen. Die Umgebung ist wunderschön mal saftig grüne Wiesen und dann wieder Wald. Bald verlassen wir den breiteren Wirtschaftsweg und laufen auf einem schmalen, steilen Pfad immer am Waldrand entlang den Berg hinauf. An einer Bank rasten wir kurz um Kräfte zu sammeln, viele Wanderer begegnen uns mit einem Grüß Gott oder Hallo. Jetzt führt der Weg etwas ebener durch die Wiesen und es ist an der Zeit, diesen gewaltigen Eindruck über das grüne Tal und dem silberglänzenden Chiemsee, mit dem  blauen Himmel darüber auf Bilder zu bannen. Lange verweilen ist nicht drin, wir müssen weiter immer leicht bergauf, bis das weiße Hotel Seiserhof oder Seiseralm im Chiemgau auftaucht, 700 m ü.M. Hier erleben wir einen weiteren märchenhaften  Ausblick über Bernau und den Chiemsee. Einige unserer Wanderfreunde bestaunen einen alten Traktor vor der Terrasse am Hotel, leider ist er nicht mehr einsatzbereit. Die Wanderfreunde sind hell  begeistert, daneben schaukelt Walter ein bisschen zum Entspannen. Leider ist unser Ziel noch nicht erreicht und wir müssen weiter und folgen dem Straßenrand immer höher den Berg hinauf. Auf halber Höhe weist ein Hinweisschild  - zu den Almen hin. Diesem folgen wir auf einem weichen Waldweg, es geht etwas leichter bergauf. Kleine Bäche fließen über unseren Weg ins Tal hinunter, schmale Stege führen darüber. Plötzlich weist das GPX Gerät rechts auf einen Anstieg, lauter Stufen führen steil den Berg hinauf. In der Schlucht daneben schießt klares Bergwasser durch alte, brüchige, hölzerne Rohre ins Tal. Wir sind am alten Salinensteig, um jede Kurve sind wieder nur Stufen, mal hohe mal flache, aber immer wieder Stufen, es scheint uns fast wie eine Rolltreppe ohne Ende. Sehr mühsam kommen wir voran, nur der Gesang von  Erich und Willi  – der Weg nach Haus ist schwer – und das Wandern ist des Müllers Lust –  lässt es uns leichter vorankommen. Endlich ist die letzte Stufe erreicht, jetzt erst mal Pause machen und etwas trinken. Jochen meint es wären fast 300 Stufen, ich habe das Zählen schon lange aufgegeben. Nach einer Verschnaufpause, folgen wir  auf dem Pfad links weiter bergauf. Nach weiteren Höhenmetern wird der Weg etwas flacher.  Wir kommen gut voran, da taucht ein Schild am Wegrand mit einer Warnung auf – Hang in Bewegung –  ab da ist nichts mehr von einem Weg zu sehen. Nur noch Schlamm, Steine und Baumstämme kreuz und quer. Jetzt ist kraxeln angesagt, schließlich sind wir ja ein Wanderverein, vorsichtig laufen wir über glatte Steine und ein paar Trittstufen von unseren Vorgängern, bis uns ein Schlammloch abbremst. Über 30 cm sackt mein Wanderstock in den Morast ein. Einige von uns Wanderern  laufen über den schmalen, glitschigen Rand  auf die andere Seite. Mir scheint es zu unsicher, denn es geht hier steil den Hang hinunter. Also laufe ich ein Stück den Berg hinauf, um über einen Stamm mit alten abgebrochenen Astspitzen zu klettern. Nun sitze ich rittlings auf dem Baumstamm und komme nicht weiter, mein rechtes Bein bleibt immer wieder mit der Hose am Ast hängen. Jetzt ist es ganz vorbei, ich kann mich vor Lachen kaum noch bewegen. Aber zum Glück es sind hilfsbereite Wanderfreunde  in unserer Gruppe. Willi steht auf der anderen Seite und reicht mir die Hand und hält mit dem Fuß einen Stein so, dass ich darauf treten kann. Peter unser Busfahrer hat hinter mir ein paar Aststumpen mit aller Wucht abgebrochen. Ich kann mein Bein über den Stamm schwingen und treffe Peter etwas unglücklich, dass er fast den Boden unter den Füßen verliert. Jetzt kann keiner mehr das Lachen unterdrücken und es schallt über das Tal. Aber am Ende ist alles gut, alle stehen wieder auf festem Boden. Nach einer kurzen Rast geht es weiter, der Berg scheint während des Wanderns zu wachsen. Über einen ausgespülten mit Baumwurzeln überwachsenen Hohlweg gelangen wir endlich auf eine eingezäunte Alm. Zwischen zwei Pfählen  kommen wir auf die andere Seite und lesen ein  weiteres Hinweisschild –  Freilaufende Tiere – darunter folgen einige Verhaltensregeln  – langsam ohne Hektik laufen, in Gruppen laufen, die Tiere nicht streicheln oder erschrecken usw. Wir halten uns daran, aber es sind keine Rinder zu sehen. Wir  hören nur das Läuten der Kuhglocken, für uns ein wunderschöner Ohrenschmaus. Nur die Kuhfladen auf dem Weg zeugen von deren Existenz. Ein rotes Dach kommt zwischen den Bäumen zum Vorschein und die Herrenalm – 869 m hoch – liegt vor uns. Schön eingebettet in einer Mulde malerisch passend in diese Umgebung.  Wir haben die 4 km Wanderstrecke hinauf auf den Berg ohne Verluste geschafft. Da kommt schon der nächste Schock – oh weh – Dienstag und Mittwoch  Ruhetag – ohh nein. Aber eine gute Seele hier oben hat die Getränke im kalten Brunnen mit fließendem Quellwasser gelagert. Auf der Bank davor steht ein Bierkrug und daneben liegt die Preisliste. Im Stillen dankend für diese gute Tat, erfreuen wir uns an gekühlten Getränken und jeder gibt sein Scherflein in den Bierkrug. Jetzt verteilt Willi den Obstler von unserem daheimgebliebenen Wanderfreund Erich O. Mit einem Lied  – Hoch soll er leben - erheben wir die Gläser. Unsere Wanderfreundin Hiltrud hat in weiser Voraussicht am vorherigen Abend, ein paar Schnittchen eingepackt und bietet sie jedem an. Alle sind froh und dankbar über den kleinen Snack. Wir genießen lange die wunderschöne Umgebung, aber dann heißt es Abschied nehmen und wir wählen den linken Weg zurück. Die Alm ist sehr groß und jetzt sehen wir die wiederkäuenden Rinder auf dem Weg liegen. Sepp meinte zu mir – Helma geh du mal vor –. Also laufe ich vor den anderen vorschriftsmäßig zwischen den Kühen hindurch, sie schauen uns nur mit ihren großen Augen nach.  Am Ende der Alm ist das nächste Hindernis, wir müssen auf die andere Seite des Zauns. Am Pfosten geht es zwei Stufen hoch um auf eine Plattform zu steigen, dann wieder zwei Stufen runter auf den Weg. Waltraud sagt nur einen Satz – der sieht aber sehr wackelig und unsicher aus. Schon sind ein welche entmutigt und stehen unschlüssig davor. Aber da sind Willi und Jochen wieder die Engel in der Not und helfen jedem auch dieses Hindernis zu überwinden. Vor uns liegen wieder über 4 km Serpentinen  zurück ins Tal. Der Weg ist mit glatten Steinen, sowie mit Hutzeln und Baumwurzeln übersät, deshalb sehr beschwerlich zu laufen. Auf der einen Seite geht es steil hinauf und auf der anderen geht es ebenso steil abwärts, man meint die Tannenwipfel sind zum Greifen nah. Ab und zu blinzelt ein bisschen der Chiemsee durch die Bäume. Endlich kommt das grüne Tal in Sicht, aber einige unser Wanderer laufen immer schneller, so wird die Abzweigung nach Bernau übersehen. Aber unser  GPX Gerät weist uns die Richtung. Die Wanderfreunde müssen wieder ein Stück den Berg hinauf, um auf dem nächsten Weg wieder zur GPX Route, einem Hohlweg, bergab zu kommen. Kaum ist der Wald hinter uns, sind grüne Wiesen um uns herum. Wir laufen auf  einige  Häuser zu  und kommen auch am  Mauer- Hof vorbei. Hier steht inmitten blühender Blumen ein riesiger Birnbaum, voller Früchte, er ist am Haus eingewachsen und reicht durch und über den Balkon im  2. Stock hinaus. Jetzt haben wir nur noch knapp 1 km bis Bernau zu laufen, die ersten Häuser sind schon sehen. Im Ort angekommen, zieht es uns ins Eiscafé. Hier lassen wir diese Wandertour  Revue passieren, bevor wir wieder zum  leckeren 3 Gänge Menü zum Hannes, unserem Gastgeber fahren. Da überraschen  uns die Wanderfreunde Hilde und Dieter mit ihrem Besuch und bleiben ein paar Tage auch im Chiemgau, wenn auch in einem anderen Ort. Morgen begleiten  sie uns zur Schifffahrt auf dem Chiemsee. Der 4.Tag ist leider auch vorbei, die Zeit vergeht viel zu schnell. Das Abendessen ist wie immer sehr gut, anschließend sitzen wir noch lange zusammen, begleitet mit Helgas wunderbaren Witzen, unserem abendlichen Highlight.

 

5. Tag:  Schifffahrt auf dem Chiemsee mit Besuch auf der Herreninsel und Fraueninsel  05.09.2019

Grauer Himmel und etwas Nieselregen erwartet uns früh am Morgen. Die Wanderfreunde Hilde und Dieter sind schon da, um mit uns nach Prin zu fahren. Nach dem Frühstück startet heute der Bus schon um 9.30 Uhr. Auf der Fahrt nach Prin am Chiemsee können wir die schöne Umgebung bewundern, an einem Badesee sind trotz dieses kühlen, grauen Morgens, schon einige Schwimmer im Wasser. Den Busparkplatz haben wir auf dem Navi App schnell ausgemacht und den Busfahrer sicher hin gelotst. Er ist direkt neben dem Fahrkartenschalter am Schiffsankerplatz. Sepp und Christel haben das Reisegeld dabei und kaufen für alle die Tickets, ist alles im Fahrpreis enthalten. Um 10.30 Uhr geht es am Pier 4 zum Ausflugdampfer Josef. Das Wetter hellt auf, die Sonne kommt zögernd hinter den Wolken hervor und wir haben jetzt klare Sicht auf die hohen österreichischen Berge in der Ferne. Die Fahrt dauert etwa 15 Minuten zur Herreninsel. Dicht bewaldet ist das Ufer der kleinen und doch größten Insel im Chiemsee. Die Herreninsel hat eine Gesamtfläche von 238 ha und ist mit Abstand die größte der drei im Chiemsee liegenden Inseln, die anderen heißen Fraueninsel und Krautinsel.  Wir gehen an Land und eine sehr große gepflegte Anlage liegt vor uns. Einige Pferdekutschen stehen bereit um die Fahrgäste zum Schloss auf Herrenchiemsee zu fahren.  Als Abbild von Versailles ließ der Märchenkönig Ludwig II. das Schloss 1886 erbauen. Heute kann man sich noch von der Märchenwelt des Schlosses verzaubern lassen. Einige Wanderfreunde gehen zur Kasse und melden sich zur Schlossführung an. Später berichten sie uns, wie märchenhaft schön und interessant es war. Dafür lassen Dieter und Hilde sogar ihren Schirm im Schloss stehen, wie sie später festgestellt haben, aber er war ja nur von Freunden geliehen, lachen wir über den Witz. In der Zeit schauen wir die Anlage um das Schloss an um auf breiten Wanderwegen an einem Kanal mit einem Schwanenpaar und durch Obstbaumalleen zu schlendern. Auf einem Waldweg fährt ein Traktor vorbei, der Anhänger ist voll beladen mit gefällten Baumstämmen. Am Ende des Weges sehen wir das Gefährt wieder, jetzt setzt der Fahrer die Stämme mit einem Greifer auf einer Halde ab. Die alten Bauernhöfe und einige Häuser zeugen, dass die Insel bewohnt ist. Wir kommen an der Feuerwehr vorbei und folgen nun der Straße  bis ans Wasser. Jetzt läuft uns aber die Zeit davon, wir müssen zurück. Am nächsten Weg der rechts abgeht, wandern wir zwischen den Wiesen Richtung Anlegesteg. Der Weg erscheint uns sehr lang, bis wir auf der linken Seite wieder Wasser sehen und ein paar niedrige Flachbauten. Durch eine Durchgangstür sehen wir einige Leute stehen und erkennen unsere Wanderfreunde, die uns schon ungeduldig erwarten. Bis zur Abfahrt  sitzen wir vor dem Abfahrtsplan auf einer Holzbank. Langsam wird es Zeit zum Ausflugsdampfer Edeltraut zu gehen und weiter geht die Fahrt zur Fraueninsel. Auf der kleineren Insel ist eine riesige Klosteranlage davor ein kleiner Verkaufsladen mit Heiligenfiguren und Kerzen. Hier ist die kleinste Künstlerkolonie Europas beherbergt und das älteste Nonnenkloster Deutschlands. Dabei ein paar alt eingesessene Fischerfamilien. Sie bieten heute die traditionellen Töpferarbeiten an. Eine Tafel steht vor einer kleinen Hütte mit der Aufschrift – Stopp !! Sie haben ihr Ziel erreicht, darunter einige Angebote. Auch eine wirksame Reklame. Ein Haus weiter ist der Gasthof Inselwirt, wir kehren ein und genießen ein kühles Getränk, einige von uns Wanderer auch Kaffee und Kuchen. Ich möchte ein Stück Apfelkuchen, Hilde Kirschkuchen  und Waltraud einen Schokokuchen - nur Dieter bestellt sich ein Stück Schwarzwälder Kirschkuchen, hier beginnt ein Dialekt - Debakel, einer versteht den anderen nicht. Er bekommt Käsespätzle serviert. Der Kellner sagt er hat seine Bestellung nicht verstanden, nun muss er die Spätzle halt selber essen und nimmt die Spätzle wieder mit. Dieter beteuert – ich möchte ein Stück Schwarzwälder Kirsch Kuchen. Was der Kellner mit der Bemerkung, steht nichts in der Bestellung, in den Raum stellt. Er kommt abermals um dann ein Stück Käsekuchen zu servieren. Ich sage zu Dieter – Du musst auf jeden Fall KÄSE essen, ob du will oder nicht, der Kellner kann nicht anders, er versteht bei dir einfach Käse –. Lachend gibt Dieter sich geschlagen und lässt sich den Käsekuchen schmecken. Schwarzwälder Kirsch kann ich auch noch wo anders  essen, lacht er. Wir laufen am Wasser entlang, sehen ein paar Schwäne und Enten schwimmen. Langsam müssen wir zurück zum Kloster Frauenwörth. Hier sind die Reliquien der ersten namentlich bekannten Äbtissin Irmengard, der Schutzpatronin des Chiemgaus begraben. Nach ca. 2 Stunden treffen sich alle wieder am Landungssteg. Mit dem Schiff  Irmengard fahren wir zurück nach Prin am Chiemsee. Die hohen Bergspitzen sind jetzt ganz im Dunst verschwunden. Wir sitzen auf dem Sonnendeck und lassen uns den frischen Wind um die Nase wehen. Es ist merklich kühler geworden, aber kurz vor Prien fängt es zu regnen an. Zum Glück haben wir Schirme dabei und der Weg vom Landungssteg zum Bus ist nicht weit. Jetzt regnet es stärker und wir senden ein stilles Dankgebet an unseren Wanderfreund Petrus. Er hatte uns den ganzen Tag angenehmes Wetter beschert. Im Gasthaus Unterwirt gibt es gleich gutes Abendessen. Heute Abend ist Disco unten im Saal. Da sitzen wir in froher Runde noch lange bei altbekannten Schlagern zusammen. Einige schwingen fleißig das Tanzbein. Das Leben kann so schön sein. Kurz nach Mitternacht klingt dieser Tag aus. Der Abreisetermin rückt immer näher.

 – LEIDER – 

 

 

"6. Tag Wanderung zur Grassauer - Alm

Heute beginnt der Tag mit leicht bedecktem Himmel, es ist 6:45 Uhr. Ich hoffe Petrus hat heute Erbarmen mit uns und  lässt die Sonne wenigstens ein bisschen scheinen. Gegen 8 Uhr komme ich zum reichlich gedeckten Frühstücksbuffet. Die Stimmung ist wie jeden Morgen sehr gut. Nach dem Frühstück startet pünktlich um 10 Uhr unser Bus nach Grassau. Einigen Teilnehmern ist die Tour ein bisschen zu anstrengend und wollen lieber das schöne Städtchen Prien am Chiemsee besichtigen. Die verbleibenden 12 Wanderfreunde fahren weiter nach Grassau zur Parkplatzsuche, nachdem wir endlich 1 km außerhalb vom Ort am - Museum Salz und Moor - fündig geworden sind, laufen wir auf einem Fahrradweg zum Ortsteil Kucheln zurück. An der Shell Tanke laufen wir rechts auf einer Straße zwischen den Wiesen dem Berg Hinterm Bichel zu. Nachdem wir das Tal hinter uns lassen, laufen wir im Wald weiter auf der schmäler werdenden Straße den steilen  Berg hinauf. Auf halber Höhe lassen wir einen kleinen schön angelegten Teich links liegen, gleich daneben ist eine Toilettenanlage, welche gerne von einigen Wanderfreundinnen aufgesucht wird. Inzwischen wird Sepp leicht ungeduldig, er möchte unser Startbild machen um endlich weiter der Straße bergauf zu folgen. Wir laufen und laufen nach jeder Kurve geht es weiter den Berg hinauf.  Aber es macht Freude ab und zu hinunter ins Tal zu schauen wie die Häuser immer kleiner werden. An einem Stall verlassen wir diese Straße und folgen dem schmalen Pfad über Wurzeln und Steine weiter auf den Berg hinauf. Neben den steilen Hängen rauschen viele große und kleine Wasserfälle ins Tal. Eine geheimnisvolle eigene Welt mit Moos und totem Gehölz zeigt sich hier. Auf einem großen Stein am Wegrand, ist eine Inschrift gemeißelt und erinnert an ein Unglück beim Skifahren im Jahr 1934. Ein 30-jähriger Mann kam damals an dieser Stelle ums Leben und seine Kameraden brachten ihm hier zu Ehren eine Widmung an. Der schmale Pfad ist anstrengend und wir müssen immer noch weiter den Berg hinauf. Ein großer Aussichtsfelsen lässt uns innehalten, einige laufen hinauf und sind erstaunt über diesen wunderbaren Ausblick, aber was unseren Wanderfreund Erich am meisten verblüfft, hier ist eine Toilette auf dem Felsen. Irgendwann müssen wir weiter um die Hefteralm zu erreichen. Allmählich wird das Gelände  flacher und wir stehen vor einem Zaun. Nachdem die Wanderfreunde die zwei Torpfosten in S Form durchlaufen haben stehen alle inmitten einer Herde Zwergponys, sie sind so groß wie Schafe und scheinen so harmlos. Vorsicht fasse sie nicht an, warne ich Sepp, doch er kann nicht widerstehen und streichelt  das süße, kleine Pony. Doch bevor er auf meine Warnung reagieren kann, wird er in den Arm gekniffen. Zum Glück hat er seine Jacke an und es ist nicht so schlimm. Wir müssen aber noch eine Alm weiter wandern und so es gibt hier leider keine Rast. Es geht um die Hütte herum um wieder zwischen zwei Zaunpfähle herum zu laufen und wir sind wieder außerhalb der Koppel. Anschließend führt ein steiler, schmaler Pfad den Hang hinauf, wir müssen über Baumwurzeln und große Steine klettern, andere Wanderer kommen uns entgegen und warten geduldig, bis wir vorbei sind. Am Ende wird es noch einmal richtig steil, wir kommen langsam aus dem Wald und stehen auf einer Bergwiese. Einige Jungrinder stehen an den Hängen und fressen, lassen uns dabei nicht aus den Augen. Um die Berggipfel zieht leichter Nebel auf, es ist merklich kühler geworden in 920 m Höhe. An einem kleinen Stall ist Grummet gelagert, Willi ist fasziniert, es duftet herrlich nach frischen Blumen und Gras. Neben dem Stall erinnert ein Kreuz an eine Frau die 2017 verstorben ist. Dann kommt wieder ein Gatter. Am Pfahl sind zwei Stufen hinauf zur Plattform und auf der anderen Seite wieder zwei Stufen runter. Ein paar Wanderfreunde sind schon auf der anderen Seite des Zauns, Claudia steht schon auf der Plattform, als Willi seelenruhig verkündet – ich laufe lieber durch das Tor – und hängt das Gatter aus und schon sind wir jenseits des Zauns. Alles lacht und Sepp ruft den Kletterern zu, auf wieder zurück und kommt durch das Tor. Nachdem das Gatter wieder eingehängt ist, stehen wir vor einigen Rindern, die es sich auf dem Trampelpfad bequem gemacht haben. Langsam laufen wir durch diese Herde zur Rachlalm. Endlich haben wir unser Ziel erreicht. Wir kommen um die Hütte herum und schon erscheint eine junge Sennerin in der Eingangstür. Drinnen flackert ein Feuer im Ofen, es ist urgemütlich warm. "Wer eini will muss die Schuha ausiziehgn", sagt sie freundlich aber bestimmend. Unser Busfahrer Peter fragt – wieso, is das e Scherz? Darauf die Sennerin Maria im lachenden Ton: "na koa Scherz, weil wir grad gputz hoam". Also begeben sich einige von unseren Wanderern in die kleine, gemütliche Hütte, ohne Schuhe und Peter bemerkt lachend – wie Dehemm. Wir bleiben lieber vor der Hütte. Die Sennerin verteilt einige Decken und fragt wer was trinken möchte oder „ a kloans Brettl. Darauf sind je 2 Scheiben Brot, Schinkenspeck, Käsescheiben, eine Art Butter – Obatzter, Gurken, geraspelter Meerrettich und eine halbe Kabanossi. Wir haben einige Fragen zu dem Viehbetrieb auf der Alm, was uns die nette Sennerin gerne beantwortet. Bis Erich S .plötzlich laut poltert – hier stehen nur noch alte ausgetretene Schuhe herum und selbst die sind mir noch zu klein, wer hat meine Neuen mitgenommen? Natürlich ist das ein Scherz. Es wird merklich kälter, der warme Hauch beim Atmen ist zu sehen und trotz der wunderschönen Aussicht machen wir uns lieber auf den langen Abstieg bereit. Gleich neben der Hütte führt der Weg noch ein Stück über die Alm bis zum Gatter. Auf dem Boden liegen Gitterroste, vorsichtig laufen wir darüber. Weiter geht es auf einem ausgespülten  mit spitzen Steinen und Baumwurzeln übersäten, schmalen Pfad immer bergab. Wir kommen an einen Scheidepunkt, hier sind 3 Wege dicht beisammen, aber nur einer ist unser Weg ins Tal. Wanderführer Sepp wählt einen aus und nach einer Weile erkennt Waltraud auf ihrem GPS Geräten, dies war der Falsche. Nun bekommen wir noch ein bisschen Abenteuer pur. Steil geht es bergab quer durch den Wald zum aufgezeichneten Weg. Hier sind wir die ersten Menschen  - sagt Sepp lachend. Wieder auf den richtigen Weg, begegnet uns eine Familie mit Kindern - wo kommt´s denn ihr her, vom – Schwammaln  suchen? Fragen sie freundlich lachend. Nach ein paar lustigen Worten trennen sich die Wege wieder, unser Weg führt links wieder den Berg hinauf. Ein Wasserfall rauscht vom Berg herab, was Peter mit einem lachenden Spruch zur Kenntnis nimmt – es rauscht der Wasserfall und wenn er nicht mehr rauscht, dann ist das Wasser all. Es wird immer steiler bergauf, wir laufen zurück zur Alm, sagt einer zaghaft. Aber dann  wird der Pfad eben und führt um den Berg herum. Wir sind in der Nähe vom Zeppelinfelsen und sehen über das Tal und den Chiemsee. Anschließend verläuft der Weg in Serpentinen hinunter ins Tal. Endlich haben wir die  Ebene erreicht, es ist spürbar wärmer und wir wandern zurück zum Bus. Nach 12,1 km Wanderung geht es nach Prin, um dort die anderen Wanderfreunde wieder mit nach Eggstätt zu nehmen. Jetzt werden die Erlebnisse ausgetauscht. Der Stadtbummel war super, es gab viel zu sehen, ein wunderschönes Städtchen und wisst ihr noch was war? Die Helga hat den Geldbeutel im Geschäft vergessen, hat es aber gleich gemerkt und ihn wieder bekommen. Ich habe es sogar in der Bildzeitung gelesen – wird gefrotzelt. Hast du schon gehört – Helgas Geldbeutel – diese Worte sind immer wieder die Stichworte zum Necken. In unserer Gaststätte werden wir mit dem letzten Abendessen verwöhnt. Helga bringt noch einmal unsere Lachmuskeln ins Schwingen mit Liedern und Witzen – dem Lääwerwärschte und de Blunze oder dem kenne Määdche und em Bübsche usw. Unser Gastgeber Johannes Widemann verabschiedet uns nach dem Abendessen mit einem Umtrunk. Heute schlafen wir die letzte Nacht in Eggstätt. Eine gewisse Wehmut liegt in der Luft, die Zeit vergeht viel zu schnell. 

7. Tag  Abreise

Der Tag beginnt mit Regen, es scheint der Himmel weint, weil wir Abschied von Eggstätt nehmen müssen. Die Koffer sind gepackt und stehen bereit. Ein letztes Frühstück in gewohnter Üppigkeit und anschließend um 9.30 Uhr verstaut Peter alle Koffer nach der Kofferliste sortiert im Bus, damit es beim Aussteigen kein langes Koffersuchen gibt. Kurz vor 10 Uhr sind wir schon unterwegs nach Bernau und weiter zur A8 Richtung München. Großer Stau auf der Autobahn lässt den Verkehr  zäh vorwärts kommen. Da ist die Ursache plötzlich vor uns, ein Unfall mit 3 Autos. Ab jetzt kommen wir zügig voran. Kurz vor München wieder langsam fließender Verkehr. Wenigstens kein Stillstand. Kurz hinter Augsburg gibt es endlich eine Pause, um eine Kleinigkeit zu essen und weitere Erleichterungen können erledigt werden. Es zieht uns nach Hause und wieder geht es auf die Autobahn Richtung Ulm und Stuttgart. Dazwischen sind immer wieder kleinere Staus. Dann doch noch einmal eine Rast kurz hinter Karlsruhe, auf dem Parkplatz scheint auf dem Handy die AppNavi – Die B 10 ist ab Landau bis Hinterweidental gesperrt. Dabei wollen wir noch ein letztes Mal zusammen in der Gaststätte Am Frauenstein essen. Sepp ruft dort kurzerhand an und reserviert für uns einige Tische, das war unser Glück, der Wirt gibt die Info durch, dass die B10 nur halbseitig nach Landau gesperrt ist. Also können wir die normale Strecke fahren. Gegen 18.20 Uhr haben wir unser Ziel erreicht. Gemütlich genießen wir unser letztes gemeinsames  Abendessen. Es muss noch erwähnt werden, dass jeder zu seinem Essen 10 Euro aus der Reisekasse dazu bekommt. Was mit dem Beifall aller belohnt wird, aber der Wirt lacht und frotzelt – ich muss unbedingt teurer werden, die essen alle so billig, das geht auf keinen Fall. Im Bus bedankt sich der Reiseleiter Sepp bei allen Anwesenden für ihr diszipliniertes Verhalten und für die schönen Zusammenkünfte, beim Busfahrer Peter, weil er uns so gut gefahren hat und bei seiner Frau Christel für ihre große Hilfe und Unterstützung vor und während der Wanderfahrt. Ohne Zwischenfälle gelangen wir bis in die jeweiligen Heimatorte. Sepp wird immer wieder gefragt wohin wohl die nächste Fahrt geht, es war so schön. Darüber entscheiden wir später, wenn wir über alles nachgedacht haben – ist die Antwort. Das Resultat ist, es war wunderschön und sehr gut organisiert von unserem Reiseleiter und Wanderführer Sepp Wagner. Auch die Gaststätte Unterwirt in Eggstätt ist nur zu empfehlen, was Gastfreundlichkeit vom Personal und dem Wirt Johannes Widemann betrifft, wurde von allen Teilnehmern ein dickes Lob ausgesprochen. Es war super !!!!

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Der Edle schämt sich,

wenn seine Worte seine Taten übertreffen

 

Konfuzius, chin. Philosoph         (551 bis 479 v Christus)

 

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Unsere Wanderungen finden grundsätzlich bei jeder Witterung statt. Änderungen des Wanderplanes bleiben vorbehalten.

 

Jeder Teilnehmer ist sich und den Mitwandernden verpflichtet:

 

den Anordnungen des Wanderführers, die sich auf die Wanderung beziehen, nachzukommen,

 

nicht vorauszueilen oder zurückzubleiben und die Wanderung nicht

abzubrechen, ohne den Wanderführer zu informieren

 

geschriebene und ungeschriebene Gesetze über Natur-, Wild- und Denkmalschutz zu beachten

 

Abfälle nicht am Rastplatz liegenzulassen, sondern, soweit kein Abfallbehälter vorhanden ist, mitzunehmen

 

die Bestimmungen über das Rauchen im Wald zu beachten

 

geschützte Blumen und Pflanzen nicht zu pflücken und

keine Zweige abzubrechen

 

sich wetterfest und zweckmäßig zu kleiden

 

Der/die Wanderführer/in

Wanderstatistik Bezirk Südwest 2018

Achtung die aktuelle Wanderstatistik Bezirk Südwest  2018 findest du in der Rubrik – Wanderungen -

Ob alt - ob jung

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halten wir uns in Schwung

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